Filmtage: Neuer Deutscher Film - 28. Juni - 1. Juli

Film
Samstag, 1. Juli 2017 - 20:00

Papas Kino ist tot
"Der alte Film ist tot. Wir glauben an den neuen" - so lautete 1962 das Credo junger deutscher Filmschaffender. Geschrieben und unterzeichnet von zwei Dutzend deutscher Filmemacher kündigte 1962 das Oberhausener Manifest selbstbewusst eine radikale Erneuerung des Deutschen Kinos, geprägt von jungend Regisseur*innen, die sich gegen die Schicklichkeit und Korrektheit der scheiternden deutschen Filmindustrie stellten.

Wenn wir Neues Deutsches Kino oft mit Rainer Werner Fassbinder oder Wim Wenders in Verbindung bringen, deren Namen oft die radikaleren Exponate der Bewegung überschatten, wollen wir im Sprechsaal den Facettenreichtum und die politische, künstlerische Stärke der Bewegung zeigen, die Ihrer Zeit weit voraus war.

Das Private ist Politisch
Die Themen des Neuen Deutschen Autorenfilms stammten vorwiegend aus dem Alltag, man erzählte Geschichten von Durchschnittsmenschen oder beschrieb Partnerschaftsprobleme wie in Ulrich Schamonis "Es" (1966) oder "Mahlzeiten" (1967) von Edgar Reitz. Sexualität wurde offen thematisiert. Schauspieler wurden nicht als glatte Schönheiten, sondern als Gesichter mit Charakter gezeigt. Die neuen deutschen Filmemacher verzichteten auf technische Vollkommenheit und arbeiteten vielfach mit Laiendarstellern.
Ziel war die Erneuerung der damals als desolat angesehenen westdeutschen Filmproduktion und der Anspruch der Kurzfilmregisseure, einen neuen deutschen Spielfilm zu schaffen. Das Manifest beschrieb nicht konkret den neuen deutschen Film, sondern forderte und versprach mehr Unabhängigkeit der Filmemacher.

Wir zeigen:

Das Gespenst
Herbert Achternbusch

Das zweite Erwachen der Christa Klages
Margarette von Trotta

Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos
Alexander Kluge